Ich stimme zu, dass diese Seite Cookies für Analysen, personalisierten Inhalt und Werbung verwendet. Mehr dazu unter Impressum. X
Hoher Blutdruck ist gefährlich!

Auf unserer Plattform finden Betroffene und Ärzte wichtige Informationen rund um die arterielle Hypertonie

ÖGH Fortbildungskurse

Für Ärztinnen und Ärzte veranstaltet die ÖGH regelmäßig Kurse zur Hypertonie. Gleich anmelden!

Aktuelles

mehr erfahren ...

Interessierte
Interessierte und Betroffen finden hier Informationen rund um den Bluthochdruck; angefangen vom Risikorechner bis hin zu Schulungen für Hypertoniker.

mehr erfahren ...

Ärzte
Unser Ziel ist es, Ärztinnen und Ärzte möglichst viele weitergehende Informationen rund um die arterielle Hypertonie bereitzustellen. Insbesondere bieten wir regelmäßig Fortbildungskurse zur Hypertonie an.

mehr erfahren ...

Medikamente 

 

Die gute Nachricht: 

Wir haben heute zur Blutdrucksenkung ein großes Angebot sehr unterschiedlich wirkender Medikamente. Diese führen bei den meisten Menschen zu einer zufriedenstellenden Blutdruckeinstellung bei richtiger Einnahme. In Einzelfällen ist ein Wechsel der Therapie bzw. das Testen von verschiedenen Kombinationen notwendig, bis der gewünschte Effekt erreicht werden kann. Das kann auch einige Monate dauern bis  ein optimales Behandlungskonzept gefunden wird.

 

Bei den meisten Menschen mit Bluthochdruck ist es notwendig mehrere Wirkstoffe miteinander zu kombinieren um eine zufriedenstellende Wirkung zu erreichen. Es gibt Tabletten, die nur einen oder sogar bis zu 3 Wirkstoffe enthalten um die Tablettenanzahl reduzieren zu können. Leider halten oft Ängste vor unerwünschten Nebenwirkungen der Medikamente manche Menschen davon ab diese korrekt einzunehmen. Allerdings: nicht eingenommene Medikamente können nicht wirken. 

 

Ein Vergleich zwischen etwaigen Medikamentennebenwirkungen und den möglichen Hochdruckschäden  führt zu folgendem Ergebnis: Hochdruck schadet den Gefäßen und allen wichtigen Organen, und am Ende steht, wenn auch nach Jahren, ein schwerer Gesundheitsschaden. Die blutdrucksenkenden Medikamente haben oft belästigende Begleitwirkungen, sind aber, bei sachgerechter Anwendung, ungefährlich. Bluthochdruck ist gefährlich, die medikamentöse Therapie das eine oder andere Mal lästig. Medikamente mit unerwünschten Nebenwirkungen können gegen andere ausgetauscht werden, die gut vertragen werden. 


Wie viel ist genug? 

Ausreichend Medikamente werden eingenommen, wenn die Blutdrücke dadurch im normalen Bereich schwanken. Häufig braucht man zwei bis drei Medikamente. Eines reicht selten, weil ein einzelnes Medikament den Blutdruck kaum mehr als 10 mmHg senkt. Wenn 10 mmHg nicht reichen, und das gilt für alle Hypertoniker, bei denen der Durchschnittswert über 145/95 mm Hg liegt, kommt man mit einer Arznei nicht ans Ziel.


Wann absetzen? 

Wenn unerwünschte Wirkungen, die man für gefährlich einschätzt auftreten, ist es am besten, das Medikament nicht mehr einzunehmen. Wenn nicht Gefahr im Verzug ist, ist es sinnvoll, mit dem behandelnden Arzt einen Therapiewechsel zu vereinbaren, weil durch das Weglassen der Arznei der Blutdruck steigt.

Zwei Arten von blutdrucksenkenden Medikamenten (ß-Blocker und Clonidin) soll man ausschleichend absetzen, weil nach plötzlichem Absetzen der Blutdruck ein bis zwei Tage später übermäßig stark ansteigen kann. Das lässt sich vermeiden, wenn die Arzneimenge zuerst halbiert und dann erst ganz weggelassen wird. Das sollte aber immer nur in Absprache mit Ihrem Arzt geschehen.

 

Niedriger Blutdruck: 

Wenn einmal ein einzelner Blutdruckwert "niedrig" ist (systolisch um oder unter 100 mmHg liegt), ist das kein Anlass ein blutdrucksenkendes Medikament wegzulassen, außer es treten zugleich Beschwerden wie Schwindel oder Kollapsneigung auf. Sie können dann einmal das blutdrucksenkende Medikament auslassen, allerdings sollten Sie das weitere Vorgehen mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen. Wenn die Drücke aber immer wieder systolisch um oder unter 100 mmHg liegen, sollte mit dem behandelnden Arzt eine Zurücknahme der Therapie abgesprochen werden. Zu bedenken ist, dass bei einer normalen Blutdruckregulation durchaus einzelne Werte unter 115/70 mmHg liegen.

 

Medikamenteneinnahme vergessen

Wenn Sie einmal die Einnahme Ihres blutdrucksenkenden Medikamentes vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis wie vorgeschrieben. Meistens führt das einmalige Auslassen einer Dosis zu keiner wesentlichen Blutdruckerhöhung – nur wenn das öfter passiert oder mehr als eine Dosis vergessen wird entstehen Auswirkungen auf den Blutdruck.


Was ist eine Nebenwirkung? 

Jede unerwünschte Arzneiwirkung. Ob eine Beschwerde tatsächlich Folge einer Medikamenteneinnahme ist oder nur "gleichzeitig" auftritt, bleibt bei der Erstbeobachtung oft unklar. Ereignisse, die gleichzeitig passieren, müssen nicht zusammenhängen. Wenn nach dem Absetzen des fraglichen Auslösers die Beschwerde wegbleibt und bei einem neuerlichen Behandlungsversuch wieder auftritt, kann man ziemlich sicher sein, dass die Beschwerde vom Medikament ausgeht. 

 


Der verantwortungsbewusste Umgang mit Medikamenten 

Zuerst gilt es, sich den Namen des Medikamentes zu merken oder so aufzuschreiben, dass man im Notfall Auskunft geben kann, welche Arzneien man einnimmt. 


Beipacktext richtig lesen: 

Wenn ein neues Medikament verordnet wurde, soll vor der ersten Einnahme der Beipacktext sorgfältig gelesen werden. 


Unter Gegenanzeigen (GA) und Warnhinweisen (WH) werden alle Erkrankungen angeführt, bei denen das Medikament nicht eingenommen werden sollte. Wenn man selbst an einer solchen Erkrankung leidet, sollten Sie diesen Punkt im Text anstreichen und gezielt mit dem behandelnden Arzt besprechen, bevor Sie das Medikament einnehmen. 

 

Unter Wechselwirkungen (WW) wird eine Auswahl der möglichen Wechselwirkungen mit anderen Arzneien angeführt. Wer schon andere Arzneien einnimmt, sollte die Medikamente, zu denen Wechselwirkungen bestehen, anstreichen, und mit dem Arzt oder Apotheker klären, ob die neuen Verordnungen ohne Nachteil zusätzlich eingenommen werden können. 

 

Unter unerwünschte Wirkungen (UE) werden alle Beschwerden und Begleiterscheinungen angeführt, die während der Einnahme dieser Art von Medikamenten beobachtet wurden. Wenn das Medikament als möglicher Auslöser nicht sicher auszuschließen war, wird die Beschwerde als UE im Text angeführt. Die UE-Listen enthalten daher neben tatsächlichen Medikamentenwirkungen auch Phänomene, die zufällig während einer Behandlung beobachtet wurden. Das hat zur Folge, dass häufige Probleme wie Kopfschmerz, Schwindel und Husten in fast jeder Fachinformation gelistet sind. 

 

Damit man nicht Beschwerden, die man im Alltag nicht beachtet, wie zum Beispiel Husten, irrtümlich dem Medikament zuordnet, nur weil es beim Lesen des Textes auffällt, ist es wichtig, vor der ersten Einnahme die Liste der angeführten Nebenwirkungen durchzugehen und anzustreichen, was man ohnehin schon an Problemen hat. 

Dieses Vorgehen sollte man nach der ersten Dosierung und nach 3 Wochen wiederholen. Nur Abweichungen von den Empfindungen beim ersten Lesen kommen als Nebenwirkungen in Betracht.