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Stellungnahme des Vorstands der ÖGH zur Frage der Kanzerogenität von Angitensinrezeptorblockern 
(ARBs, ATII-1-Rezeptorblocker, Sartane)

 

Am 14. Juni 2012 kam eine Metaanalyse, online publiziert in Lancet Oncology, zu dem Schluss, ARBs hätten ein kanzerogenes Potential. Verdächtigungen, dass Medikamentenklassen karzinogen sein könnten, haben Tradition. Prominente rezente Opfer waren Statine, die nach der neuersten Metaanalyse von 170.000 Patienten wieder frei gesprochen werden mussten. Im Hypertoniesektor waren es vor Jahren die Kalziumantagonisten, deren Kanzerogenität später nicht verifiziert werden konnte. Daten von über 60.000 in mehreren randomisierten Studien mit ARBs eingeschlossenen Patienten ließen nun ein 8 bis 11% erhöhtes Risiko für neu diagnostizierte Karzinome errechnen, das im Wesentlichen auf das Konto von Lungenkarzinomen (+ 25%) ging. Eine erhöhte Krebssterblichkeit war statistisch nicht nachweisbar. Seither sind viele Ärzte und Patienten verunsichert. 

 

Die Metaanalyse weist indessen zahlreiche Schwächen auf. Sie stützte sich ausschließlich auf in Studien publizierte Tumordaten, die auf sehr unterschiedliche Weise definiert waren. Sie konnte Zeitpunkt des Auftretens von Tumoren und deren Assoziation mit anderen Risikofaktoren (Raucherstatus) nicht feststellen. Die Daten sind massiv durch Studien mit Telmisartan beeinflusst, das 85,7% der inkludierten Patienten bekommen hatten. Die Latenz zwischen Exposition mit einem ARB (mittlere Beobachtungszeiten in den Studien 1,7 bis 4,8 Jahre) und neu diagnostizierten Karzinomen war so kurz, dass eine Tumorneogenese auszuschließen ist. Übereinstimmend ist keine Kanzerogenität von AT-2 Blockern aus Tierversuchen bekannt. Eine verstärkte Progression präexistierender Tumore durch eine Stimulation der Angiogenese (als Folge der unter ARBs vermehrten Expression von AT-1 Rezeptoren) und andere Mechanismen sind theoretisch vorstellbar, werden aber durch Studien nicht gestützt. Eine Reihe von Studien an Tieren aber auch an Menschen hat eine Tumor hemmende Wirkung von AT-2 Rezeptorblockern und ACE-Hemmern gezeigt. Seit der Publikation der Lancet Studie wurden die Daten von bisher nicht erfassten 44.000 Patienten aus weiteren AT-2 Blockerstudien präsentiert, ein erhöhtes Risiko war in diesen Kollektiven nicht nachweisbar. Im Gegenteil: wären die nun bekannt gemachten Zahlen der VALUE Studie in die Metaanalyse eingeflossen, wäre laut Kjeldsen die Inzidenz von Karzinomen bei den Patienten, die ARBs erhalten haben mit 7,7% exakt so häufig wie bei jenen, die andere Antihypertensiva eingenommen haben.

 

FDA und EMA sind dabei, weitere Informationen zu sammeln und zu sichten. Keine der beiden Behörden hat bisher eine Warnung herausgegeben. Die letzte Stellungnahme der FDA vom 15.07 2010 besagt, dass die Agentur nicht zu dem Schluss gekommen ist, dass Sartane das Krebsrisiko erhöhen. Die FDA ist der Meinung, dass der Nutzen der ARBs weiterhin potenzielle, inzwischen mehr als fragliche Risiken überwiegt. Die Arzneimittelkommisssion der deutschen Ärzteschaft sieht in ihrem Newsletter vom 22. August 2010 keinen Grund, ihre Empfehlung für die Verordnung von Sartanen zu ändern. Der Vorstand der ÖGH kommt zu dem Schluss, dass derzeit keine Veranlassung besteht, mit einem AT-2-Rezeptorblocker eingestellte Patienten diesen abzusetzen und auch keinen ausreichenden Grund, Patienten bei Indikation einen ARB vorzuenthalten. Ein Ausweichen auf neuere Medikamente, für die derzeit weder Daten zu kardiovaskulären Endpunkten noch zu allfälliger Karzinomhäufigkeit existieren, erscheint nicht indiziert.


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