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Hoher Blutdruck ist gefährlich!

Auf unserer Plattform finden Betroffene und Ärzte wichtige Informationen rund um die arterielle Hypertonie

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Interessierte und Betroffen finden hier Informationen rund um den Bluthochdruck; angefangen vom Risikorechner bis hin zu Schulungen für Hypertoniker.

 

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Unser Ziel ist es, Ärztinnen und Ärzte möglichst viele weitergehende Informationen rund um die arterielle Hypertonie bereitzustellen. Insbesondere bieten wir regelmäßig Fortbildungskurse zur Hypertonie an.

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​​Brief des ÖGH-Präsidenten 2015

 

Liebe Hochdruck-Interessierte!

 

Wir haben gemeinsam mit Professor Slany, dem Schriftleiter dieses Journals, beschlossen, eine neue Rubrik – nämlich den Präsidentenbrief, dessen erste Ausgabe Sie gerade lesen – im Journal zu beginnen. Der Präsidentenbrief soll es ermöglichen, auf bestimmte Aspekte des Bluthochdrucks, die unserer Hochdruckliga und ihrem Präsidenten aktuell am Herzen liegen, zu fokussieren.

 

Eine der ersten Anfragen, die mich als neugewählten Präsidenten der ÖGH im Herbst des Vorjahres erreichten, bezog sich auf Daten zur Häufigkeit des Bluthochdrucks in Österreich. Ich habe daraufhin recherchiert und möchte Ihnen einige Ergebnisse vorstellen. Vorweg muss man leider zugeben, dass Österreich unter den europäischen Ländern im Hinblick auf die Verfügbarkeit solcher Daten nicht allzu positiv auffällt – ich verweise auf die nur spärliche Präsenz Österreichs im Kapitel „Blood Pressure Control in Europe“ im neuen „Manual of Hypertension“ der Europäischen Hochdruckgesellschaft.

 

Auf der Homepage der Statistik Austria (www.statistik.at) findet man Zahlen, die von der letzten Gesundheitsbefragung 2006/2007 stammen. Dabei wurde eine repräsentative Stichprobe der > 15-jährigen Bevölkerung Österreichs (> 15.000 Personen) zu Gesundheitszustand, Einflussfaktoren auf die Gesundheit und medizinischer Versorgung befragt. Die hypertoniespezifischen Fragen bzw. Ergebnisse lauteten:

 

„Wann wurde Ihr Blutdruck zum letzten Mal von einem/r Angehörigen eines Gesundheitsberufes gemessen?“ Ergebnis: Bei 69,1 % innerhalb der letzten 12 Monate. „Wurde Ihnen innerhalb des letzten Jahres von einem/r Angehörigen eines Gesundheitsberufes einmal gesagt, dass Sie erhöhten Blutdruck haben?“ Ergebnis: 28,8 % (50 % der > 60-Jährigen) antworteten mit Ja. Auf die Frage „Hatten Sie jemals Bluthochdruck?“, antworteten 21,3 % (48,0 % der > 60-Jährigen) mit Ja. „Haben Sie in den letzten beiden Wochen von einem Arzt/einer Ärztin verordnete Medikamente eingenommen?“ Ergebnis: 47,9 % antworteten mit Ja. In dieser Gruppe wurde weiters erhoben, welche Medikamente eingenommen werden: 37,6 % nahmen Mittel gegen Bluthochdruck ein, diese stellten so die häufigste Medikamentengruppe dar.

 

Eine weitere Informationsquelle ist die Vorsorgeuntersuchung (VU). Laut Bericht des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger 2013 (www.sozialversicherung.at) zeigt eine Analyse von knapp 350.000 elektronischen Befundblättern aus dem Jahr 2009 (Durchschnittsalter der Untersuchten: ca. 51 Jahre), dass 17,8 % der VU-Teilnehmer blutdrucksenkende Medikamente einnahmen, was wohl einer bestehenden Hypertonie entsprach. Bei 21,5 % wurde bei der VU der Verdacht auf eine Hypertonie gestellt, was in 42,9 % eine Diagnosesicherung nach sich zog.

 

In einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Sozialmedizin Wien [Steiner S, Dorner TE, Fodor JG, et al. Blood pressure awareness in Austria: lessons from a 30 years horizon. Am J Hypertens 2011; 24: 408–14.] wurden 1005 Personen, die älter als 15 Jahre waren, befragt. 15 % gaben an, ihr Blutdruck sei hoch (30 % der > 50-Jährigen).

 

Beim Wiener Herz-Kreislauf-Event 2013 wurde in Einkaufszentren der Blutdruck bei etwa 4000 Personen gemessen. In einer Auswertung, die fast 1500 Personen umfasste (mittleres Alter: 48 Jahre), war ⅓ hypertensiv, davon ⅔ unbehandelt (siehe www.wien.gv.at).

 

Ich denke, die Botschaft hinter diesen Zahlen ist eindeutig: Der Bluthochdruck ist – auch in Österreich – weit verbreitet und durch die schiere Anzahl der Patienten medizinisch höchst relevant.

 

Die Österreichische Hochdruckliga freut sich über alle Mitstreiter in der Erforschung und Bekämpfung der Hypertonie!
 

Ihr Thomas Weber